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Der Umgang mit der Ungewissheit im digitalen Zeitalter– Prof. Gerd Gigerenzer
Den Abschlussvortrag hielt Prof. Gerd Gigerenzer mit dem Titel: »Der Umgang mit Ungewissheit im digitalen Zeitalter«.
Prof. Gerd Gigerenzer, langjähriger Direktor am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, leitet das Harding-Zentrum für Risikokompetenz an der Universität Potsdam und ist Vizepräsident des European Research Councils (ERC). Er war Professor an der University of Chicago und John M. Olin Distinguished Visiting Professor an der School of Law der Universität von Virginia. Er ist Ehrendoktor der Universität Basel und der Open University of the Netherlands. Gigerenzer hat den Preis der American Association for the Advancement of Science (AAAS) für den besten Zeitschriftenartikel in den Verhaltenswissenschaften, den Deutschen Psychologie-Preis und den Communicator-Preis erhalten. Er trainiert Manager, Ärzte und amerikanische Bundesrichter im Umgang mit Risiken und Unsicherheiten. Das Gottlieb Duttweiler Institut hat Gigerenzer als einen der 100 einflussreichsten Denker der Welt bezeichnet. Gern können Sie hier reinhören.
»Digitale Kriminalprävention – Zwischen digitaler Bildung und Strafverfolgung« – Prof. Dr. Thomas-Gabriel Rüdiger
Den Eröffnungsvortrag hielt Prof. Dr. Thomas-Gabriel Rüdiger mit dem Titel: »Digitale Kriminalprävention – Zwischen digitaler Bildung und Strafverfolgung« halten. Er ist Leiter des Instituts für Cyberkriminologie an der Hochschule der Polizei des Landes Brandenburg. Seit 2022 hat er eine Professur für Kriminalistik, Cyberkriminalwissenschaft und Kriminalprävention inne.
Als Vertreter der Fachrichtung der Cyberkriminologie liegen seine Forschungsinteressen insbesondere auf digitalen Straftaten und Interaktionsrisiken sozialer Medien, der digitalen Polizeiarbeit sowie dem Verständnis von Normenentwicklungen und -kontrolle im digitalen Raum. Weitere Schwerpunkte sind hierbei die Auswirkungen des deutschen Kinder- und Jugendmedienschutzes auf die Entwicklung digitaler Straftaten sowie die Bedeutung von Medienbildung für den Bereich der digitalen Kriminalprävention.
Weitere Informationen unter Instagram bzw. Buchpublikationen »Handbuch der Cyberkriminologie« und Interviews.
Wir verlieren unsere Kinder – Warum soziale Netzwerke einem Haifischbecken gleichen – Silke Müller
Einen Eröffnungsvortrag hielt Silke Müller, niedersächsische Digitalbotschafterin, Schulleiterin der Waldschule Hatten und Autorin der Bestseller: »Wir verlieren unsere Kinder«, »Wie schützen wir unsere Kinder«.
In ihrem Vortrag sprach Silke Müller über die Entwicklung sozialer Netzwerke und die Auswirkungen auf Kinder und Jugendliche und die digitalen Bedrohungen, denen Kinder ausgesetzt sind, wenn sie Zugang zu Smartphones haben.
Mit ihren Büchern und Vorträgen konnte sie vielen Menschen das tagtägliche Geschehen an deutschen Schulen näherbringen und zeigen, wie Medien auf Kinder wirken und sie verändern.
Silke Müller engagiert sich auch als Beiratsmitglied im Netzwerk für digitale Medien- und Meinungsbildung – weitklick –.
Wissen wir wirklich, was unsere Kinder bei Tiktok, Instagram, Snapchat und Co sehen? Nicht die Dauer der digitalen Medien-Nutzung ist das Problem, sondern die Inhalte, die Kinder konsumieren.
Schon Grundschüler sind Bildern von Gewalt, Pornographie und Rassismus ausgesetzt. Die Fotos, Sticker und Videos, die Kinder in ihren Messengergruppen aber auch durch Algorithmen in den Netzwerken sehen, sind so verstörend, dass man als Erwachsener bei der Konfrontation mit diesen Bildern kaum hinsehen kann. Bilder aus dem Krieg in der Ukraine, aus den bestialischen Überfällen auf Israel fluten die Smartphones der Kinder.
Die meisten Eltern gehen davon aus, Medien-Erziehung bedeutet, die Bildschirmzeit zu begrenzen - und haben keine Ahnung, dass schon Kinder Bilder bestialischer Tierquälereien, Kriegsverbrechen und sexueller Gewalt sehen mit dramatischen Auswirkungen auf ihre Psyche. Kinder werden im Netz subtil und durch Fakeprofile von pädophilen Menschen kontaktiert. Dieses Cybergrooming ist zudem wohl eine der größten Bedrohungen unserer Zeit.
Künstliche Intelligenz wird dieses Desaster potenzieren. Eine Generation der zukünftigen Arbeitnehmenden erlebt einen Großteil ihrer Persönlichkeitsentwicklung und Sozialisation im Netz. Was bedeutet das für ein Arbeiten der Zukunft? Es braucht dringend einen gesamtgesellschaftlichen Ruck und ein Bewusstsein, welche Macht und Kraft soziale Netzwerke haben. Wir müssen gemeinsam nach Antworten suchen, die (Netz)welt zu einem besseren Ort zu machen. Es braucht eine gemeinsame gesellschaftliche Kraftanstrengung, um unsere Kinder zu schützen und um die kreative und gewinnbringende Seite von sozialen Netzwerken und künstlicher Intelligenz in den Vordergrund zu stellen.
Am 2. Mai 2024 erschien Müllers zweites Buch »Wer schützt unsere Kinder? Wie künstliche Intelligenz Familien und Schule verändert und was jetzt zu tun ist | ChatGPT, Avatare, FakeNews«
»Die Schulleiterin und Digital-Expertin warnt davor, Kinder mit künstlichen Intelligenzen allein zu lassen. In ihrem aufrüttelnden Buch analysiert sie, was die KI-Revolution für Bildung und Erziehung bedeutet. Und sie gibt praktischen Rat, wie Eltern ihre Kinder schützen und kompetent begleiten.« (Droemer)
Die Entwicklung und Prävention von Vorurteilen – Prof. Dr. Andreas Beelmann
Der Vortrag informiert über psychologische Grundlagen und Forschungsergebnisse zur Entwicklung und Prävention von Vorurteilen. Abschließend folgen Handlungsempfehlungen für die präventive Praxis.
Prof. Dr. Andreas Beelmann ist Professor für Intervention und Evaluation am Institut für Psychologie und Mitglied des Zentrums für Rechtsextremismusforschung, Demokratiebildung und gesellschaftliche Integration (KomRex) an der Friedrich-Schiller-Universität Jena sowie Vorstandsvorsitzender der Stiftung Deutsches Forum für Kriminalprävention. Schwerpunkte seiner Forschungen sind die Entwicklung und Prävention von Verhaltensproblemen und Kriminalität im Kindes- und Jugendalter, die Erstellung von Forschungsbilanzen sowie die entwicklungsorientierte Radikalisierungsprävention.
Medienkompetenz – das Unterrichtsfach der Zukunft oder lernt es sich ohne Smartphone doch viel besser?
Welchen Einfluss haben digitale Medien auf das Wohlbefinden und das Lernverhalten unserer Kinder? Welche Gefahren und Risiken lauern? Welche wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Positionen gibt es dazu? In welcher Verantwortung sind die Eltern? Ist KI nun eigentlich eine Gefahr oder doch eher ein Segen? Fragen über Fragen und es gibt noch unzählige mehr.
Antworten wird es geben – bei der Expertenrunde mit Landespolizeipräsident Jörg Kubiessa, Silke Müller, Prof. Dr. Thomas-Gabriel Rüdiger und Prof. Dr. Dirk Labudde.
Digitalisierung!? – Ich bin froh kein Kind mehr zu sein – Prof. Dr. Dirk Labudde
Die gesamte Gesellschaft ist auf dem Weg zur digitalen Gesellschaft. Wir verwenden die größten und schönsten Begriffe für diesen Prozess, überbieten uns in allen Diskussionen. Aber wenn wir uns umdrehen, haben wir nicht die Kinder und Jugendlichen vergessen? Wir lassen sie buchstäblich mit Kriminellen allein mit WormGPT, ChatGPT, swap und Co.
Prof. Dr. Dirk Labudde ist Experte für digitale Forensik an der Hochschule Mittweida.
Heranwachsen digital – Risiken auf dem Vormarsch?
Einen weiteren Schwerpunktvortrag hielt Prof. Dr. Hajok, der die Risiken für die Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen aufgrund der aktuellen Entwicklungen systematisierte.
Im ersten Teil des Vortrages skizzierte er die veränderten Rahmungen für die Persönlichkeitsentwicklung von Kindern und Jugendlichen. Auf der Grundlage von aktuellen Befunden zum Umgang mit Smartphones, Tablets, Spielkonsolen auf der einen und Internetseiten, Onlinediensten, Apps auf der anderen Seite werden die heutigen Freizeitwelten junger Menschen mitsamt der Entwicklungen in den letzten Jahren umrissen und als zentrale Lebenswirklichkeit mit zunehmender Relevanz herausgestellt.
Generative KI im Klassenzimmer – Mario Tormo Romero
Generative KI ist bereits Realität in Schulen! In dieser Präsentation erfahren Sie mehr über die aktuellen Risiken und Chancen für Schülerinnen und Schüler und Lehrerinnen und Lehrer, sowie praxisnahe Beispiele und bewährte Methoden.
Der Aufstieg der generativen KI in unserer Gesellschaft hat eine Revolution im Bildungsbereich ausgelöst, deren volle Auswirkungen wir noch nicht vollständig beurteilen können. Dieser Vortrag erforscht die Grundlagen der generativen KI und zeigt auf, wie diese Technologien die Regeln im Bildungswesen verändert haben und Lehren und Lernen transformieren. Dabei diskutieren wir die aktuellen Herausforderungen und Risiken an deutschen Schulen und deren Auswirkungen auf die Bildungsfortschritte der Lernenden. Außerdem sprechen wir über den Umgang mit diesen Herausforderungen und wie man KI sowohl für Schülerinnen und Schüler als auch Lehrerinnen und Lehrern als Chance für das Bildungswesen verstehen kann.
Anhand verschiedener Beispiele aus Ländern, die bei der Integration von KI in die Bildung führend sind, bringen wir Ihnen das Thema näher. Abschließend behandeln wir die ethischen Aspekte im Zusammenhang mit generativer KI. Die Präsentation macht den Einsatz von KI anhand von praktischen Demonstrationen nachvollziehbar und zeigt den derzeit aktuellen Stand der Forschung in Deutschland.
Zum Referenten:
Mario Tormo Romero ist ein AI Engineer und Senior Data Scientist mit einem Master-Abschluss in Physik und Mathematik sowie über 30 Jahren Programmiererfahrung. Er hat an der Universidad de Valencia (Estudi General), Spanien, und der Freien Universität Berlin, Deutschland, studiert und arbeitet seit den letzten fünf Jahren im Bereich Data Science und Künstliche Intelligenz. Dabei hat er verschiedene Rollen übernommen, darunter Data Scientist, AI Engineer, MLOps Engineer und Technical Project Manager in sehr verschiedenen Branchen wie Gesundheitswesen, Immobilien oder soziale Medien.
Prävention in Schule: Von der Erkenntnis zum Handeln
Schulen sind mit vielen gesellschaftlichen Problem-Lagen konfrontiert. Deren Auswirkungen sind unter anderem (1) Schulversagen, Leistungsprobleme und Schulverweigerung, (2) Gewalt, Mobbing, und Cyber-Mobbing, (3) der Umgang mit digitalen Medien, (4) Gesundheitsverhalten, Suchtverhalten und psychische Gesundheit, (5) Extremismus, sowie (6) bestimmte Erziehungshaltungen von Eltern.
Ziel schulischer Bemühungen ist nun nicht die Lösung dieser gesellschaftlichen Probleme. Zugleich wünschen wir uns Schulen als Orte, an denen Kinder und Jugendliche möglichst ungestört von solchen schädlichen Einflüssen im Wesentlichen eines können: lernen.
Der Vortrag zeigt anhand mehrerer Beispiele, dass wir bei all diesen Herausforderungen nicht etwa ein Erkenntnisproblem haben, sondern: Für die angesprochenen Risiken existieren in vielen Fällen erprobte und bewährte Präventionsansätze. So besteht für die schulische Prävention in erster Linie ein Umsetzungsproblem, nämlich: Wie bringen wir schon vorhandene Lösungen auch tatsächlich in die Praxis? Hierzu werden die in diesem Kontext wesentlichen Hindernisse vorgestellt, die einer erfolgreichen und nachhaltigen Prävention entgegenstehen, sowie Vorschläge zur Überwindung dieser Hindernisse.
»Alltag als Krisengebiet«
»Alltag als Krisengebiet.« Samuel Meffire berichtet schonungslos aus über 20 Jahren von Bedrohungen bis hin zur schweren Stichverletzung in Jugend-/, Flüchtlingshilfe und als Coach in Behörden. Lernen und überleben.
»Alltag als Krisengebiet.« Im Impuls von Samuel Meffire finden sich kein Anpredigen und keine Patentlösungen. Meffire, das 'enfant terrible' Sachsens, berichtet stattdessen schonungslos über 20 Jahre in der öffentlichen Fläche, von Bedrohungen bis hin zur schweren Stichverletzung. In der Jugendhilfe. Flüchtlingshilfe. Und als Coach in Behörden. Es geht um lernen und überleben, mit Knochen, Fleisch und Emotionskörper.
Samuel Njankouo Meffire wurde bekannt als erster afrodeutscher Polizist Ostdeutschlands. Später wurde er straffällig und 1996 u. a. wegen Raubes zu über neun Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Nach seiner Haft arbeitete er u .a. mit straffälligen bzw. schwerstauffälligen Jugendlichen, in der Flüchtlingshilfe und als Trainer für Gefahrenlagen für Menschen im Rettungsdiensten und öffentlichen Einrichtungen. Er ist auch als Schriftsteller tätig. Teile seiner Lebensgeschichte erschienen 2023 in dem Buch „»Ich – Ein Sachse« sowie fiktional verändert in der Disney+-Produktion »Sam – Ein Sachse« (u. a. Grimme-Preise), welche aktuell in der ARD-Mediathek zu sehen ist.
Zu seiner Seminartätigkeit:
Hilfe für die Helfer. Wie verhalte ich mich richtig, damit Konflikte oder Streit gar nicht erst entstehen? Wie kann ich brenzligen Situationen in Einrichtungen vorbeugen, in denen viele Menschen auf engem Raum zusammenleben? Wie kann ich meine eigenen Stärken und Fähigkeiten für die Bewohner einer Flüchtlingshilfeeinrichtung gewinnbringend einsetzen? Theorie und Praxis Antworten auf diese und andere wichtige Fragen der Kommunikation, Konfliktvorbeugung und Streitschlichtung vermittelt unser Seminar »Wetterfest«. Kursleiter Samuel Meffire ist erfahrener Kommunikationsprofi, Experte für Deeskalation und Trainer. In theoretischen Einheiten und vielen praktischen Übungen vermittelt er mit seinem Kollegen Norbert Matausch wichtige Prinzipien der deeskalierenden Kommunikation. Im Mittelpunkt steht, dass die Teilnehmer ihre je eigenen Strategien im Bereich der Konfliktprävention entdecken und üben, auf ihre Fähigkeiten als Streitschlichter zu vertrauen. Hier erfahren sie mehr zu wetterfest.